Dienstag, 24. Mai 2011

ET + 8: Gedankensplitter...

Als Zweitgebärende, wo das erste Kind bei ET+15 zur Welt kam... dies dann auch nicht ganz freiwillig, bin ich dieses mal entspannter. Ja vielleicht wartet das Kind noch das Mama am Wochenende den Nähkurs geben kann und das wäre zwar sehr nett, aber nicht wirklich nötig.. Ich habe seit der letzten Schwangerschaft den Frauenarzt getauscht und mir dieses mal auch eine andere Hebamme gesucht.. denn wenn man über Termin ist, kommen da ganz schön viele Termine auf einen zu. Jede Menge CTGs und Fruchtwassermengen-Ultraschalls... jaja und wenn das eine davon bei einem zu Hause passieren kann ist das doch mehr als gemütlich und toll. Für die Ultraschalls fahre ich aber in eine Klinik... eine anthroposophische Klinik, wo auch die Ise zur Welt kam. Die liegt nicht gerade um die Ecke, aber das ist egal. Die reden nicht gleich von Kaiserschnitt, weil das Kind zu groß ist oder schieben Panik aufgrund der Terminüberschreitung. Die schauen sich den gesamten Menschen genauer an, beachten auch die erste Geburt und sind somit sehr entspannt. Wieso können das die anderen Ärzte nicht??
Mittlerweile denke ich ja man sollte so familienbedingt sich die Geburten anschauen... also von beiden Seiten und dann weiß man manchmal was auf einen zu kommt. Meine Mama hat mich wohl auch nicht an Termin entbunden.. ich sollte super schwer sein und ihr Bauchumfang waren wohl auch so legendär wie bei mir.. am Ende war ich ein normales Kind, was da raus schlüpfte... Mr. Melone kam mit einem riesigen Kopf und auch nicht gerade leicht zur Welt... jaja und unsere Ise wurde auch riesig schwer geschätzt, mir wurde Panik gemacht wegen Diabetes beim Kind,... aber was soll ich sagen dieses Mal bin ich lockerer, belesener und lass diese ganzen Dinge an mich abprallen. Gewichtsmessungen im Bauch sind für mich totaler Irrsinn, denn man orientiert sich am Kopfumfang (ala Mr. Melone), an der Oberschenkelknochenlänge (ala mir) und nimmt dann als dritte Größe noch den Bauchumfang.. ja 2 Werte davon liegen im oberen Wert und somit wird es ein schweres Kind... als Wissenschaftlerin finde ich diese Berechnung noch irrsinniger und ignoriere Sie dieses mal total... und wenn es groß wird dann wird es groß... kleine Sachen zum Anziehen habe ich eh wenig...
Achso bei ET+14 ist in Deutschland Schluss mit schwanger in manchen Kliniken schon mit ET+10... andere Länder sind auch da entspannter und die WHO hat ihren Richtwert mit ET +/- 3 Wochen angegeben. Als ich Mr. Melone das erzählte sagte er.. oh dann müssen wir wohl Umziehen, denn alle Jordans brauchen wohl etwas länger... ja die kommen gerne zu spät oder auf dem letzten Drücker.. brauchen lange um sich hübsch zu machen und sind ja auch irgendwie Geniesser... Auch hier kann ich als Zweitgebährende auf die Ise zurückblicken und sagen also bei ET + 14 muss nicht Schluss sein, wenn Fruchtwassermenge und Plazentareife wie auch damals ok waren.. sie hatte keinerlei Übertragungszeichen und sogar noch Käseschmiere in den Hautfalten...
Viele Geburten wo künstlich eingegriffen wird durch anstupsen oder einleiten der Wehen, enden mit einem Kaiserschnitt, weil das Kind nicht wirklich mitmacht und auch der Körper nicht wirklich reif war... es muss halt beides im Einklang sein und auch nur wenn beides stimmt, dann kann es losgehen.. alle wehenfördernden Mittel wie auch Treppensteigen sind halt nur sinnvoll, wenn es wirklich auch losgehen kann.. eine wichtige Rolle spielt eigentlich die eigene Einstellung und das Vertrauen in sich und seinen Körper... man muss sich in der heutigen Zeit eigentlich immer wieder sagen.. 'Ich bringe dieses Kind zu Welt- Ich schaffe das'... das ist schon schade, denn alle um einen herum nehmen einem viele Entscheidungen ab, aber man sollte selber viel mehr bestimmen und ganz schön auf das Recht seines Körpers kämpfen... da ich meinen Körper gut kenne... in ihn reinhorchen kann, weiß ich auch ob es dem Kind gut geht oder mir irgendetwas fehlt.. da sind Testergebnisse, Tabellen mit Normwerten oder sonstiges vielleicht eine Hilfe, aber wenn z.B. mein Eisenwert immer schlecht ist, ich aber topfit, dann kann er zum Ende einer Schwangerschaft auch noch schlechter sein ohne das ich mich müde und schlapp fühlen muss...
so im Moment bin ich froh das ich dieses Mal mehr Selbstbestimmung ausübe, denn man gerät einfach zu schnell in die Maschinerie der Vorsorge, wo man nicht mehr als schwanger sondern eher krank behandelt wird... das Merkmal Risikoschwanger bekommt man leider auch viel zu schnell und das heißt dann noch mehr Tests und Untersuchungen...
Ich denke eigentlich würde den Schwangeren manchmal mehr geholfen werden, wenn Sie in ihrem Urvertrauen viel mehr unterstützt werden würden, anstatt durch viele Tests verunsichert... dadurch könnten viele Mittel eingespart werden und vor allem auch viele Kosten.. es gibt natürlich immer Ausnahmen und wirkliche Risiken..
Ich denke wenn wir noch ein Kind bekommen, würde ich vermutlich noch weniger Test vor allem Ultraschalls über mich ergehen lassen, denn vieles merkt man auch durch tasten... wie die Fruchtwassermenge...
Das wollte ich lange schon mal schreiben... hier einige Buchempfehlungen zum Thema...


So wir üben uns weiter in Geduld und probieren auf natürlichem Wege dem etwas nachzuhelfen...

Kommentare:

  1. Na da lässt sich aber jemand Zeit :P
    Ich werde diesmal im Geburtshaus Treptow entbinden.
    Julietta habe ich in einem KH zur Welt gebracht, aber nur mit Hebamme, ohne Ärzte :)
    Darum gehe ich diesmal ins Geburtshaus :)

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  2. Du hast in vielem recht und umso wichtiger ist es, dass du das schreibst. Auch für nach der Geburt gilt, dass man auf sich hören sollte und in die Qualitäten des eigenen Körpers. Mich hat man auch dieses Mal überreden wollen, den Zwerg in die Obhut der Nachtschwester zu geben.Obwohl ich mehrfach deutlich gesagt habe, dass er bei mir bleibt. Ich fürchte, viele Mamis lassen sich da v.a. beim ersten Kind von beeindrucken und unterdrücken ihre Bedürfnisse und Gefühle. Da können wir erfahrenen Mütter vielleicht stärken, wenn wir unsere Geschichten erzählen.Alles Gute für Euch!

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  3. Ich schicke mal einen lieben Gruß und wünsche eine schöne Geburt! Bin gespannt, wann es losgeht!
    Alles Liebe!
    claudia

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  4. Das klingt sehr entspannt! Gefällt mir gut.
    Ich habe beide Mal in einer Klinik entbunden und war eigentlich immer entspannt. Lucy haben wir quasi alleine fast entbunden - weil 3 Geburten parallel waren und nur eine Hebamme, die meinte, dass wir sie eh nicht so viel brauchen,.... recht hat sie gehabt. Bei den Presswehen hat Armin sie dann geholt - gerade rechtzeitig eben.
    Und gleich nach der Geburt haben sie die Kleine gewogen und alle sind zusammengelaufen, weil das Baby nur 2500 Gramm gewogen hat - trotz Geburt in ET -2. Mich hats nicht wirklich nervös gemacht - ich fand Sie sah ganz in Ordnung aus. Am nächsten Tag hatte Sie dann 3 Kilo - kleiner Wieg-Fehler - soweit zu Hysterie und den ganzen Normwerten :)
    Alles Liebe, Silke

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  5. ich wünsch euch alles Gute und dass das Baby entscheiden darf wann es kommen mag

    GLG Claudia

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  6. Jaaaa, die natürliche Wege helfen am besten *heeheehee* leider sind manchmal so ähhhmmm "umständlich", dass treppesteigen dagegen sich wie eine aida-Kreuzfahrt anfühlt!!
    Genießt eure Geburt - wann immer sie sein wird - die. Gigantischer Faszination auf dieser Planet

    Alles liebe aus Wien - ich denke weiterhin an euch

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  7. Ich wünsche Dir weiterhin Geduld und Kraft für die nächste Zeit!
    Gut, daß Du Menschen um Dich herum hast, die Dich verstehen und unterstützen.
    Ich werde "Frau Ungeduld" von meinem Mann genannt. Gut, daß alle meine Kinder nie nach dem errechneten Entbindungstermin kamen ;-)

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  8. Ich möchte bedenken, dass bei aller "selbstbestimmte-Geburt, zuviel medizinischer Schnickschnack" nunmal leider nicht alle, alle Frauen ein gesundes Kind zur Welt bringen. Als Geburtshaus-Anwärterin, durch einen Feindiagnostik-Test ganz plötzlich Risikoschwangere, Geburt per Notkaiserschnitt bin ich all dem medizinischen Fortschritt schließlich recht dankbar, da ich bspw.vor 50 Jahren wahrscheinlich bei der Geburt gestorben wäre.
    So ärgert´s mich mitunter, dass wir heute annehmen, es hinge schlichtweg von der persönlichen Einstellung zum eigenen Körper ab, wie eine Geburt verläuft; Frauen, die eine leichte, problemfreie Geburt erleben durften, dies als den Normalfall propagieren.

    Ich bitte um Nachsicht für meine Kritik in Eurer aktuellen Situation!
    Ich wünsch Euch jedenfalls alles Gute und Schöne!

    Liebe Grüße
    F°i.

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  9. Wie Recht du hast- ich hatte bei meinem Küken eine Beleghebamme aus dem Geburtshaus und war seeeeehr glücklich mit ihrer -ich nenne es einmal *natürlichen* Einstellung zur Geburt....
    Und zur unterschiedlichen reife, bei denen die Kinder sich nicht an berechnungen orientieren kann ich nur sagen:
    mein Küken kam 3 Tage vor (definitiv richtig) errechnetem Temin, da war überhaupt keine Käseschmiere und dafür viele Blasen vom "zu lange im Fruchtwasser"...
    soviel zu Berechnungen.

    Liebe Grüße
    Steffi,
    die trotzdem hofft, dass Mini
    sich bald zeigt ;)

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  10. Vielen lieben Dank für all deine wahren Worte!!! Könnte ich mich besser ausdrücken wäre das genau DAS was ich auch schreiben würde.
    Ich hatte das Glück zwei völlig unkomplizierte sehr sehr schnelle Geburten zu haben (Jeweils von der 1. Wehe bis zum Baby im Arm vergingen 2h) und außerdem immer vor ET entbunden. Aber ich erzähle sinngemäß quasi das wovon du hier schreibst. Liebe (werdende) Mamas, hört auf euch und lasst euch nicht verrückt machen! :)

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  11. DANKE für diesen Beitrag!

    Meine Einleitung endete auch mit einem Kaiserschnitt - beides wäre definitiv nicht nötig gewesen - der Termin war einfach falsch. Als damals bei der Feindiagnostik festgestellt wurde, dass meine Tochter ein bis zwei Wochen jünger war, wurde der Termin nicht nochmal geändert...

    Leider war ich, da es meine erste Schwangerschaft war, ziemlich verunsichert - im Nachhinein wäre es vielleicht besser gewesen, auf mein Gefühl zu hören, was sagte: "Das Kind kommt, wenn es kommt." - Aber dann hörte man dauernd Sachen wie "Reifegrad 3+", "Das Kind muss ja auch versorgt sein!" usw. ... Was soll man machen, man möchte ja, dass sein Kind gesund zur Welt kommt! Immerhin habe ich noch eine halbe Woche Zeit schinden können, aber weiter konnte und wollte die Ärztin nicht mitgehen - mir zu Liebe hat sie sogar ihren Chefarzt übergangen.
    Tja, und trotz der sekundären Sectio muss ich sagen, dass ich in der Situation damals richtig gehandelt habe - Klara ist gesund, und das zählt.

    Bei der nächsten Schwangerschaft werde ich einfach ein paar Tage Luft lassen, und viel selbstbewusster an die Sache rangehen.

    Toll, dass du deine Erfahrungen und Gedanken mit uns geteilt hast. Dein Beitrag macht mir Mut für's nächste Kind :).

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  12. Sehr klug geschrieben! Mich stopft man zwar das nächste Mal sicherlich gleich in die Gruppe Risikogeburt, aber im Prinzip habe ich das Resümee von Gaskin noch ganz fest im Kopf: der Körper ist kein Montagsauto, sondern perfekt darauf ausgerichtet zu gebären. :-) bei euch wird das sicherlich alles wunderprächtig und hoffentlich ohne künstliche Anschupser von außen ...

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  13. Es ist immer wieder schön dich zu lesen - aber dieser Kommentar tut richtig gut! Ich wünsche euch für den Groden Tag all das beste!

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  14. ... Übrigens eine ET+9 Mama, ohne Einleitung aber im wasser und sehr selbstbestimmt (trotz kh)

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  15. Du sprichst mir aus der Seele!
    Bei uns in der Gegend machen die bei ET+7 schon Schluß. 2 Freundinnen haben in diesem Krankenhaus entbunden und haben ein "Trauma", da eingeleitet wurde und die Geburt kaum natürlich und "schön" verlaufen ist.
    Ich habe - aufgrund der Komplikationen und Frühgeburt bei Laura - zuviel gesehen, wie das im KH üblich abläuft. Ich hoffe - obwohl automatisch risikoschwanger - beim nächsten Baby wenn schon nicht im Geburthaus, dann wenigstens selbstbestimmend mit einer Beleghebamme in eine (andere) Klinik gehen zu können. Das wird diesbezüglich eh ein Kampf, da man in meinem Fall nicht genug "Sicherheit" bekommen kann und ich wahrscheinlich oftmals Diskussionen führen werde, warum ich die eine oder andere Untersuchung nicht möchte.

    Leider werden viele Frauen in Deutschland sehr verunsichert und haben kaum Vetrauen in ihren Körper und in eine Geburt ausserhalb der vielen medizinischen Geräte und Krankenhausumgebung. Es ist sehr schade, weil dadurch viele Probleme erst verursacht werden.

    Ich weiss noch im Stillzimmer, in der Klinik, in der Laura geboren wurde: Die eine Frau hatte zu wenig Milch, die andere zuviel, die eine zu große Brüste, die andere zu kleine ... und die armen Frauen saßen da und haben abgepumpt statt ihre Kinder zu stillen, weil die Schwestern denen so einen Blödsinn erzählt haben. Und einmal die Woche kam eine Stillberaterin, die den Namen nicht verdient - so traurig ...
    Hat man nicht genug Vertrauen in die Mutter Natur und wenn man nicht anfänglichen Stillproblemen und den Schwestern trotzt - tja, dann hat man - unnötigerweise - schneller das Fläschen in der Hand als einem lieb ist.

    Ich glaube, ich muss mal schauen, ob wir auch eine anthroposophische Klinik in der Nähe haben. Denn wir denken schon über ein Geschwisterchen nach und auf ein "normales" Krankenhaus möchte ich - wenn es geht - verzichten.

    Liebe Grüße, Anna

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  16. Ich mag deine Einstellung zu der Sache und wünsche dir eine wunderschöne Geburt, wann immer sich das Kindelein auch dazu entscheidet auf die Welt zu wollen.

    Liebe Grüße
    Alexa

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  17. Ich freue mich, dass es doch noch Frauen gibt, die sich eine Geburt zutrauen und sich nicht zu sehr verunsichern lassen. Das Buch „Hebammensprechstunde“ hat mich total gestärkt. So sehr, dass mein letztes Kind alleine, in Ruhe, allerdings ungeplant, zu Hause zur Welt kam. Eine Traumgeburt.
    Die Erfahrung zeigt, dass es Kindern, die so geboren werden, gut geht und das es zu keinen Komplikationen kommt. Bei allen anderen wird die Hebamme rechtzeitig eingreifen.
    Frauen habt Mut, ihr schafft das.

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Ich freue mich über jeden Kommentar.. noch so winzig klein oder gar kritisch.. immer her mit euren Ansichten, Meinungen und Ideen.
Nicht immer schaffe ich jeden Kommentar zu beantworten oder auch in eure Blogs zu schauen.. ich tue mein Bestes, aber die Familie und das reale Leben haben oberste Priorität in allem was ich tue.
♥lich eure cocoschock oder madame jordan